Dienstag, 11.09.18 to Dienstag, 11.09.18

Russland und der Westen in (un-) erforschten Gewässern. Was kommt als nächstes?

Zwischen Russland und dem Westen liegt einiges im Argen. Wie kann man trotz der angespannten Verhältnisse im Gespräch bleiben und einen Weg finden, bei der Lösung globaler Probleme zusammenzuarbeiten?

Der Westen und Russland sind mit zahlreichen globalen Herausforderungen konfrontiert, die gemeinsame Lösungen erfordern. Das Misstrauen, das das Verhältnis der beiden Akteure seit je her begleitet, erschwert Kooperationsvorhaben deutlich. Seit der Annexion der Krim durch Russland 2014, sorgt zudem eine Spirale aus Sanktionen und Gegensanktionen für eine starke Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Beziehungen der Nachbarn. Nichtsdestotrotz erfordern die Krisen im mittleren Osten, die immer dramatischer werdenden Auswirkungen des Klimawandels und die damit zusammenhängen weltweiten Migrationsbewegungen - Probleme die Russland und den Westen gleichermaßen betreffen - globale Antworten.

Die Länder der Ostseeregion haben aufgrund der direkten Nachbarschaft ein besonderes Interesse an stabilen Beziehungen zu Russland. Daher fand beispielsweise im Juli dieses Jahres der mit Spannung erwartete Gipfel zwischen Vladimir Putin und Donald Trump in Finnland statt. Allerdings sind hier, besonders in den baltischen Ländern, die Vorbehalte gegenüber einer Annäherung an den übermächtig scheinenden Nachbarn auch besonders stark.

Um eine weitere Entfremdung zwischen dem Westen und Russland zu vermeiden braucht es Orte, an denen Positionen auf Augenhöhe ausgetauscht und diskutiert werden können. Mit der Diskussionsveranstaltung „Russland und der Westen in (un-) erforschten Gewässern. Was kommt als nächstes?“ schaffte die FES in Riga in enger Zusammenarbeit mit dem Lettischen Institut für Internationale Angelegenheiten, einen solchen Ort.

Der FES-Büroleiter der baltischen Staaten, Tobias Mörschel, eröffnete die „Lunch discussion“ mit einleitenden Worten zu den momentanen Beziehungen des Westens und Russlands sowie Überlegungen zum Selbstverständnis des Westens, das sich spätestens seit der Ernennung Donald Trumps massiv gewandelt hat. Auch Reinhard Krumm, Leiter des Regionalbüros für Kooperation und Frieden in Europa der FES in Wien und einer der vier Podiumsgäste der Veranstaltung, betonte, dass „der Westen“ ein vielgesichtiges Gebilde sei, was einen gleichberechtigten Austausch mit Russland, das als Einheit auftritt, erschweren würde. Dennoch rief er dazu auf, sich in Sachen Verständigung und Annäherung zu engagieren und die ohnehin belasteten Beziehungen nicht weiter einschlafen zu lassen. Ähnlich sahen es Imants Lieģis (Lettischer Botschafter in Frankreich), Łukasz Kunesa (European Leadership Network) und Vladimir Morozov (Russian International Affairs Council), auch wenn großer Diskussionsbedarf darüber bestand, wie und vor allem durch wen eine solche Annäherung gestaltet werden könne. Auch das Publikum war sich diesbezüglich uneinig, wie eine von Moderator Andris Sprūds (Latvian Institute for International Affairs) initiierte Meinungsumfrage zeigte.

Die Publikation „Riga Dialogue Afterthoughts 2018: The New Normal in the European Atlantic Security Order”, die inhaltlich eng mit der Diskussionsveranstaltung verknüpft ist und in der auch Artikel der Podiumsgäste zu finden sind, liefert weitere Aspekte und Perspektiven zu diesem Themenkomplex (kostenfrei erhältlich als Download unter untenstehendem Link).

http://www.liia.lv/en/publications/riga-dialogue-afterthoughts-2018-the-new-normal-in-the-euro-atlantic-security-order-734

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