Donnerstag, 04.04.19 to Samstag, 06.04.19

NATO-EU Roundtable 2019

Estland ist vor 15 Jahren der NATO beigetreten. Am 4. April feierte die NATO ihr 70-jähriges Bestehen.

Vor fast 70 Jahren äußerte sich der Generalsekretär der NATO, Lord Ismay, hinsichtlich der Funktion der NATO folgendermaßen: "keep the Americans in, the Russians out, and the Germans down."

Die ersten beiden Punkte mögen noch stimmen, aber Deutschland – und viele andere kontinentaleuropäische Staaten – sind wirtschaftlich hoch entwickelt und tragen wesentlich zur transatlantischen Sicherheit bei. Doch wie hat sich das Verhältnis zwischen der NATO und den europäischen Institutionen im Laufe der Zeit entwickelt? Angesichts der allmählich wachsenden Fähigkeiten und Ambitionen der EU im Verteidigungssektor, die sich im Abkommen von Lissabon, in der globalen Strategie der EU, der PESCO-Initiative und darüber hinaus widerspiegeln; ist es wahrscheinlich, dass die beiden Organisationen in Zukunft reibungslos zusammen arbeiten können?

Zum 70-jährigen Bestehen der NATO veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Estonian Atlantic Treaty Association vom 04. bis 06. April den jährlichen NATO-EU Roundtable.

NATO-EU Roundtable ist eine Konferenz für Nachwuchskräfte aus der ganzen Welt. Ziel der Veranstaltung, die 2019 zum siebten Mal stattfand, war es, die Kenntnisse junger Menschen in der Außen- und Sicherheitspolitik zu verbessern, indem die Arbeitsprinzipien der NATO und weitere wichtige Themen im Zusammenhang von NATO und EU erörtert wurden.

Der erste Tag begann mit Vorträgen und Debatten von diversen Botschaftern, Forschern und Analysten. Zu den Themen gehörten die Auswirkungen des Brexit, die transatlantischen Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen EU und NATO. Interessanterweise wurde am selben Tag das neue estnische Parlament vereidigt, was auch in einigen Diskussion zur Sprache kam. In vielerlei Hinsicht hat die Diskussion über die estnische Politik den Anstoß für eine Lebhafte Debatte gegeben, bei der vor allem die aktuelle politische Situation mit Sorgen auf die Zukunft diskutiert wurde. Die diesjährige Simulation zielte darauf ab, mehr Lernergebnisse zu erzielen und 53 Teilnehmern detailliertes Wissen zu vermitteln. Die Teilnehmer waren überwiegend Studenten aus über 30 Nationen. Insgesamt wurden zwei Simulationen durchgeführt – eine über die Trends bei der Terrorismusbekämpfung und die Dilemmata zwischen Freiheit und Sicherheit. Bei der zweiten Simulation lag der Fokus auf den Entscheidungsprozess der NATO und die Herausforderungen für das Bündnis. Während der zwei Tage hatten die Nachwuchskräfte die Gelegenheit, die historische Grenzstadt Narva zu besuchen. Oberstleutnant (Res.) Uri Ben Yaakov eröffnete den NATO-Roundtable mit einem ausgezeichneten und zum Nachdenken anregenden Vortrag über die wichtigen Herausforderungen in unserer heutigen Gesellschaft. Sollen wir Bürgern noch mehr Freiheiten einräumen, aber dabei ein höheres Risiko bezüglich Terrorismus eingehen? Mit welchen Instrumenten und Methoden kann eine sicherere Welt geschaffen werden?

Dem Vortrag folgte eine praktische Simulation, bei der die Teilnehmer die Rolle der nationalen Entscheidungsträger übernehmen sollten und in einem Kriegsszenario harte Verhandlungen führten. Die Teilnehmer passten sich schnell an das schwierige Umfeld an und begriffen die moralischen, ethnischen und nationalen Problemstellungen, die in jeder dieser Entscheidungen verborgen waren. Für den zweiten Teil der Veranstaltung erhielten alle Teilnehmer die komplizierte Aufgabe, eine NATO-Nation in einer anspruchsvollen Simulation zu vertreten. Die Konsensbildung erwies sich als besonders schwierig, da in der Handlung Russland als sehr hartnäckiger Partner darstellte. Die Abschlusssitzung der Simulation konzentrierte sich auf die Simulation der NAC-Verfahren.

Die Konferenz wurde in Zusammenarbeit mit Estonian Atlantic Treaty Association, dem NATO-Hauptquartier, dem estnischen Verteidigungsministerium, dem estnischen Außenministerium und dem estnischen Institut für Außenpolitik / Internationales Zentrum für Verteidigung und Sicherheit organisiert.

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