Donnerstag, 01.03.18 to Donnerstag, 01.03.18

International Conference „Women, Peace and Security 2018“

Welche Rolle kommt Frauen in militärischen Konfliktsituationen zu? Die UN Resolution 1325 stellt hier einen Paradigmenwechsel dar. Wie es um deren konkrete Umsetzung (in Estland) bestellt ist, stand in Zentrum einer internationalen Konferenz der FES.

Am 1. März 2018 fand im Estnischen Verteidigungsministerium die internationale Konferenz „Women, Peace and Security“ statt. Die Konferenz eröffnete General Riho Terras, der Kommandeur der Estnischen Verteidigungskräfte. Er wies darauf hin, dass die gesellschaftliche Einstellung gegenüber der Frauen in den Streitkräften noch weitgehend von mittelalterlichen Geschlechterrollen bestimmt wird. Zwar sei es sehr kompliziert, veraltete Stereotype und Vorurteile zu beseitigen, aber die positive Einstellung der Verteidigungskräfte gegenüber der Frauen müsse zur Normalität werden.

Das erste Panel befasste sich mit den Erfahrungen der nordischen Länder bei der Einbindung von Frauen in die Konfliktprävention, in die Streitkräfte im Allgemeinen, aber auch in die Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung. Prof. Robert Egnell aus Schweden konzentrierte sich in seinem Beitrag „Gender und militärische Effektivität“ auf die Frage, wie die Gleichstellung der Geschlechter bei der Armee erreicht werden kann. Frank B. Steder stellte das Pilotprojekt „All-Female Norwegian Special Operations Command (NORASOC)“ vor und erläuterte die Gründe für den Erfolg dieser Einheit bei der Rekrutierung von Frauen. In ihrem Beitrag „Perspektiven der Frauen im finnischen Militär“ wies Kaisa-Maria Tölli darauf hin, dass Frauen bei den finnischen Streitkräften häufig sexueller Belästigung und Mobbing ausgesetzt sind. In der letzten Präsentation berichtete Botschafterin Kristín A. Árnadóttir, Sonderbeauftragte für Geschlechtergerechtigkeit im Außenministerium Islands, über Islands Rolle in NATO (während Island selbst über keine Streitkräfte verfügt) sowie über Islands Bemühungen, die Gleichstellung in der Organisation voranzubringen.

Das zweite Panel evaluierte die Entwicklung der estnischen Agenda zur Frauen, Frieden und Sicherheit und stellte in den Mittelpunkt der Diskussion die Frage, wie die Genderaspekte im Sicherheitssektor am besten zu integrieren sind. Karmen Laus, Leiterin der Abteilung für Internationale Organisationen im estnischen Außenministerium, präsentierte den estnischen Aktionsplan zur Umsetzung der Resolution 1325. Andres Siplane, Berater für soziale Angelegenheiten im Verteidigungsministerium, stellte den Bericht „Frauen in den estnischen Verteidigungskräften – Motivation, Einstellungen, Erfahrungen und Herausforderungen“ vor. Weitere Themen der Diskussion widmeten sich den Themen der Partizipation von Frauen in Cybersicherheit, freiwilliger Beitrag der Frauen in nationaler Verteidigung sowie der Kampagne „Frauen in Uniform!“

Die Konferenz wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung, Estland in Zusammenarbeit mit dem NATO-Verein Estlands, dem NATO Hauptquartier, dem Estnischen Verteidigungsministerium, der Botschaft von Canada und dem Estnischen Ministerium für Bildung und Forschung durchgeführt. An der Veranstaltung habe fast über 100 Personen teilgenommen, die meisten hiervor waren Frauen.

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